Bekanntschaft erklärung

In dieser Phase kann es zu direkten oder indirekten Suizidankündigungen kommen (Andeutungen, Drohungen, Voraussagen), die als Hilferufe und Kontaktsuche zu interpretieren sind. Die Vorstellung: "Wer von Selbstmord spricht, tut dies nicht, und wer es tun will, spricht nicht davon", hat sich als irrig erwiesen.

Etwa 80% aller Menschen, die Selbstmord begehen, haben vorher ihre Selbstmordabsicht angekündigt.

Besteht der Verdacht, dass ein Patient suizidal ist, ohne Selbstmordabsichten zu äußern (Depression, Lebenskrise), ist es besser, ihn direkt auf mögliche Selbstmordabsichten anzusprechen, als sich in einer trügerischen Sicherheit zu wiegen.

Dies gilt vor allem für den Hausarzt, der den Patienten seit vielen Jahren kennt, da sich gezeigt hat, dass die lange Bekanntschaft mit einem Patienten eine fehlerträchtige Illusion sein kann.

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Manche Patienten weigern sich, über den Selbstmordversuch zu sprechen, und drängen auf sofortige Entlassung. BOCHNIK, Professor am Zentrum für Psychiatrie der Universität Frankfurt, stammt der Vorwurf, dass wahrscheinlich 7 000 Selbstmorde in der Bundesrepublik Deutschland jährlich vermieden werden könnten, wenn nicht so viele Fehler in der Erkennung und Behandlung suizidaler Patienten, insbesondere Depressiver, begangen würden.Eine Schweizer Studie hat ergeben, dass 92% der "Suizidversucher" und 86% der "Suizidvollender" in den letzten 6 Monaten vor dem Ereignis in ärztlicher Behandlung waren, häufig bei mehreren Ärzten, rund die Hälfte regelmäßig.Die meisten Patienten (76% der Suizidversucher bzw. Selbstmörder zählen bei Ärzten und Schwestern zu den "unbeliebtesten Patienten".Für die Einschätzung suizidaler Handlungen ist es wichtig zu berücksichtigen, dass es in der Psychodynamik, die zum Selbstmord und zum Selbstmordversuch führt, Unterschiede gibt. Es ist eine Form von averbaler Kommunikation, die angewendet wird, weil keine verbale Kommunikation mehr möglich ist.Bei der Selbstmordhandlung steht die Selbstaggression und Selbstzerstörung im Vordergrund. Dies ist auch die Erklärung dafür, dass bei jüngeren Menschen mehr Suizidversuche und bei älteren mehr Selbstmorde zu beobachten sind.

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Diese immer noch hartnäckig vertretene Unterteilung in den demonstrativen Selbstmordversuch auf der einen und den "ernstgemeinten" Versuch auf der anderen Seite vernachlässigt völlig die subjektive Seite des Patienten. Die unbefriedigende Versorgung von Suizidpatienten hat eine Reihe von Ursachen: Der Umgang mit Suizidpatienten wird im Medizinstudium und in der Ausbildung der Pflegeberufe so gut wie nicht gelehrt.Vielen Ärzten fällt es schwer, Suizidversuche als Hilferufe an- und ernst zu nehmen, mit denen der Patient signalisiert, dass er mit seinen Mitteln vorübergehend nicht mehr weiterkommt (C. Die psychosoziale Versorgung von Suizidpatienten wird häufig delegiert (Psychologe, psychiatrischer Konsiliararzt).Der suizidalen Handlung geht, abgesehen von Kurzschlusshandlungen, in der Regel eine präsuizidale Entwicklung voraus (W. Dabei spielen einerseits psychodynamische Faktoren, wie Aggressionen, die nicht nach außen abgeführt werden können und sich daher nach innen wenden, eine Rolle, andererseits auch suggestive Momente (Suizide in der Umgebung).Dies erklärt beispielsweise die Beobachtung, dass Meldungen über Suizidhandlungen Prominenter in den Medien die Selbstmordquote in der Bevölkerung erhöhen können.So sank die Selbstmordquote in Boston (USA) während eines 6wöchigen Zeitungsstreiks deutlich ab.

Im Stadium der Ambivalenz entwickelt sich ein Kampf zwischen selbsterhaltenden und selbstzerstörerischen Kräften.

Dies löst bei den Helfern das Gefühl aus, abgelehnt zu werden. Das Erkennen der Suizidalität und des Suizidrisikos gehört zu den verantwortungsvollsten Aufgaben, die sich dem Arzt stellen können.

Es bereitet selbst den suizidologisch Erfahrenen nicht selten große Probleme.

Auch der Arzt, der einen Patienten seit Jahren kennt, kennt immer nur einige Seiten des Kranken.

Ist Suizidalität zu erwägen, so ist auch jahrelange Bekanntschaft kein Ersatz für das Gespräch. Bei der parasuizidalen Geste handelt es sich nicht wirklich um einen missglückten Selbstmordversuch, sondern um eine suizidale Handlung, bei der die Appellfunktion ganz im Vordergrund steht.


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